In der Luft über Sopot.
Foto: Thomas Ide

Rueckblick auf 2013

Warum nicht einen neuen Blog mit einem Rückblick anfangen.

Fliegerisch begonnen hat 2013 für mich in Kolumbien beim Weltcup Superfinale. Nach einem stürmischen und arbeitsreichen Herbst zählte ich die Tage bis zu meinem Flug nach Kolumbien. Nach einer langen Anreise über Madrid und Panama City wurde ich im Valle de Cauca von genialen Flugbedingungen und gastfreundlichen Einheimischen empfangen. In den viel zu kurzen zwei Wochen die ich in Kolumbien verbrachte, sammelte ich um die 40 Stunden Airtime. Der Wettbewerb hatte ein sehr starkes Teilnehmerfeld und jeder Fehler wurde gnadenlos bestraft. Das machte sich auch schnell bei meinen Ergebnissen bemerkbar und ich konnte mich gerade noch so in die Top100 retten. Viel Spaß gemacht hat mir die Fliegerei und das Leben in Kolumbien trotzdem und ich konnte wieder viel Lernen.

Wieder zuhause in Deutschland war erst einmal Geduld angesagt. Die fliegerische Ausbeute im Frühjahr war denkbar schlecht und das Wetter lies bis in den Juni kaum Flüge, geschweige denn Wettbewerbe zu. Viele Wettbewerbe, auf die ich mich sehr gefreut hatte, wie der Franz Wanger Cup in Pfronten und die Bayrische Meisterschaft in Hindelang, wurden schon im vorraus Abgesagt. Auch die Trofeo Montegrappa an Ostern fiel komplett ins Wasser.

Der erste Wettbewerb in Europa war für mich dann die Kaisertrophy in Ellmau am Wilden Kaiser. Dort stand ich im ersten Durchgang ein paar hundert Meter vor der Ziellinie am Boden. Im zweiten Durchgang liefs besser und ich flog als zweiter hinter Thomas Ide über die Ziellinie. Gereicht hats dann nach dem Patzer am ersten Tag für einen schönen fünften Platz. Die Kaisertrophy war wieder ein toller Wettbewerb in einem wirklich schönen und abwechslungsreichen Fluggebiet.

Als nächstes Stand nun der Weltcup in Frankreich, genauer gesagt im Val Louron in den Pyrenäen auf dem Programm. Auf diesen Wettbewerb hatte ich mich besonders gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. In der Woche vor dem Weltcup gab es in den Französischen Pyrenäen noch große Überschwemmungen. Wir bekamen die Pyrenäen aber von ihrer schönsten Seite zu sehen. Ich fand mich in den doch recht anspruchsvollen Bedingungen gut zurecht und konnte mich jeden Tag sicher im vorderen Drittel platzieren. Diese Konstanz wurde am Ende mit dem 16. Platz belohnt.

Von Frankreich ging es keine zwei Wochen später direkt zur Weltmeisterschaft nach Bulgarien – mein zweiter Nationalmannschaftseinsatz. Die hoch gesteckten Ziele durfte ich nach dem ersten Tag, an dem ich nach der Hälfte des Durchgangs am Boden stand, auch gleich nach unten korrigieren. Bei den anderen Durchgängen wollte es nicht wirklich klappen und so gab es statt Punkten viele schöne Erinnerungen an tolle Flüge.

Anfang August standen die zwei letzten Wettbewerbe des Jahres an. Der Weltcup in Raska Kopaonik, Serbien und die Deutsche Meisterschaft in Slovenien. Beim Weltcup in Raska lief es wieder ähnlich gut wie schon in Frankreich und ich konnte mir in vier spannenden und sehr unterschiedlichen Durchgängen den 15. Platz erfliegen. Damit waren meine Wettbewerbsziele für dieses Jahr erreicht und ich konnte mir für die Deutsche Meisterschaft in Tolmin einen etwas aggresieveren Flugstil erlauben. Am Ende stand ich dort nach drei schnellen Durchgängen auf einem soliden 7. Platz.

Abseits der Wettbewerbe fand ich für den ein oder anderen Streckenflug Zeit. So gelang mir im Juni ein 187km FAI Dreieck vom Tegelberg. Leider habe ich es nicht ganz zurück bis zum Tegelberg geschaft und bin in  kurz vor Reutte gelandet. Aber wenn es so leicht wäre und auf Anhieb klappen würde, wärs ja nicht so spannend.

Außerdem hat dieses Jahr meine Freundin mit dem Fliegen begonnen und es war sehr schön die vielen ersten Male, die man am Anfang einer Fliegerlaufbahn so hat, mit ihr gemeinsam zu erleben. Mich hat es sehr positiv beeinflusst, da ich mich wieder in die Situation eines Anfängers versetzen musste. Inzwischen hat sie schon unzählige Stunden Groundhandling und einige Thermikstunden hinter sich. So wurde ich gezwungen auch wieder mehr Groundhandling zu üben. Mal sehen, was da noch so kommt.

Im Zuge von Nadyas A-Schein Ausbildung hatte ich wieder mehr Kontakt mit Sonja und Gerhard von der Flugschule Spieler und ich half ihnen im Herbst bei einem Groundhandlingseminar. Der Wind war natürlich nicht wie bestellt, aber auf einer Wiese im Lechtal fanden wir doch genügend um zu üben. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, die kleinen Fortschritte bei den Leuten zu beobachten.

Der Herbst war dieses Jahr gnädiger als im Jahr zuvor. Wir konnten einige schöne Hike&Fly’s von neuen Startplätzen aus machen. Unter anderem von der Pleisspitze im Lechtal.

Alles in allem war ich mit 2013 sehr zufrieden. Es war für mich ein sehr erfolgreiches und abwechslungsreiches Jahr. Und vor allem war es unfallfrei! Meine sportlichen Ziele habe ich alle erreicht. Mir war mir dieses Jahr wichtig, konstant zu fliegen, mich für die WM in Bulgarien zu qualifizieren sowie mich am Ende des Jahres in der Weltrangliste in den Top20 zu platzieren.

Für 2014 wünsche ich mir wieder viele schöne unfallfreie Flüge. Ein bischen besseres Wetter wäre auch nicht schlecht.

Ein Gedanke zu „Rueckblick auf 2013

  1. Schöner Bericht!
    Ich freu mich schon drauf dass man dieses Jahr dann hoffentlich auch während der Bewerbe was von dir lesen kann – deine eher objektive Sichtweise wäre oft wohltuend, wie z.B. momentan während der Hinterkantenlängenschmarrndebatte beim Superfinale ;-)
    Ich wünsch dir 2014 mindestens genausoviel Erfolg und schöne Erlebnisse wie im letzten Jahr!
    LG, Ulli

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