Koessen_Startpulk2

Austrian Open Kössen

Über das Pfingstwochenende fand von Freitag bis Montag die Österreichische Staatsmeisterschaft in Kössen statt, bei der auch die Deutsche Liga eingeladen war. Aufgrund der Verwirrungen um die LTF und den Enzo2 bin ich dieses Jahr nicht bei der Liga dabei. Allerdings gehe ich seit Jahren gerne wegen der guten Stimmung und der tollen Fluggebiete auf die Österreichischen Ligawettbewerbe.

Von den bombastischen Wettervorhersagen angelockt, fanden sich über 110 Piloten zum ersten Briefing ein. Als erster Task wurde ein 148,8km großes FAI Dreieck ausgeschrieben. Dieses führte über eine Boje bei Lofer zum Hochkönig, von dort zum Wildkogel und über den Wilden Kaiser zurück nach Kössen. Bei mir lief es vom Start weg sehr gut und ich konnte mich immer gut im ersten Pulk platzieren. Bei der vermeintlichen Schlüsselstelle am Pass Thurn entschied ich mich dagegen den Wildkogel direkt anzufliegen. Stattdessen machte ich einen kleinen Umweg über einen Bergrücken ein wenig nördlich vom Wildkogel. Dort konnten vier weitere Piloten und ich bequem bis auf 3300m aufdrehen und so den Wendepunkt am Wildkogel in großer Höhe holen. Derweil hatte der Rest des Pulks ein wenig Mühe mit der Thermiksuche. Wir konnten uns schon auf den Weg Richtung Wilder Kaiser machen. Zwei Piloten aus unserer Gruppe, die noch ein wenig mehr Höhe gemacht hatten, flogen in Richtung Choralpe bei Westendorf. Ich entschied mich zusammen mit Stephan Gruber und Marc Wensauer, der etwas tiefer hinter uns flog, für die Route über den Hahnenkamm bei Kitzbühl. Das war ein Fehler. Die Luft auf unserer Route war sehr stabil und bis zu unserer Landung kurz vor dem Wilden Kaiser, fanden wir über die gesamte Strecke keine verwendbare Thermik mehr. Vom Boden aus konnten wir zusehen wie die Piloten, welche die westliche Route genommen hatten, mit guter Höhe an den Südseiten vom Wilden Kaiser ankamen, dort aufdrehen und ins Ziel fliegen konnten. Kein guter Start auf einem Wettbewerb. Allerdings mochte ich mir trotz Aussenlandung die Stimmung nach einem wunderschönen Flug durch atemberaubende Landschaft nicht vermiesen lassen.

Weiter gings am zweiten Tag mit einem schnellen 116km ZickZack Task, der uns erst nach Westendorf, dann zum Wilden Kaiser, zurück nach Osten Richtung Lofer und wieder nach Westen über den Zahmen Kaiser ins Ziel führte. Bei mir lief es wieder ziemlich gut und ich konnte mich immer vorne im ersten Pulk platzieren. Lediglich auf den letzten 10km verlies mich meine Konzentration ein wenig und ich kam als 10. nach 3 Stunden und 17 Minuten ins Ziel.

Für den nächsten Tag war wieder super Wetter angesagt. Diesmal wollten es die Tasksetter wissen. Sie verlängerten das FAI Dreieck vom ersten Tag um einen Wendepunkt nach Norden Richtung Deutscher Grenze, und machten den Task so zu einer 155km Aufgabe. Wieder konnte ich mich gut im ersten Pulk platzieren. Vom Wendepunkt Hochkönig machte ich mich mit guter Höhe als einer der ersten auf ins Pinzgau. Nur zwei Piloten waren noch sehr tief ca. 500m vor mir. Am nächsten Berg angekommen, entdeckte ich einen der beiden Piloten im Lee in recht steilem Gelände am Boden. Da der Pilot über Funk nicht zu erreichen war, wartete ich über der Stelle in der Hoffnung eine Regung des Piloten zu erkennen. Der Pilot war unverletzt und zeigte es, indem er seinen Schirm zusammenraffte. Ich gab das gesehene per Funk weiter und machte mich wieder auf den Weg. Leider konnte ich, nun selber tief, unter den Piloten vor mir die Thermik nicht finden. Es dauerte ein weilchen bis ich mich etwas nach oben arbeiten konnte um nach einer starken Thermik über dem Gipfel zu suchen. Auf 3300m angekommen war vom Führungspulk keine Spur mehr zu entdecken. Lediglich ein paar einzelne Piloten waren auf der anderen Talseite über der Schmittenhöhe zu erkennen. Nun hies es aufholen. Vor mir lag das Pinzgau und die vielen Freiflieger als Thermikanzeiger nutzend, konnte ich mich ohne groß Thermik zu drehen sehr schnell und immer im Steigen bis zum Pass Thurn vorarbeiten. Dort angekommen mogelte ich mich tief über den Berg auf der Westseite des Passes und von da aus in die Südseite des Wildkogels. Dort war es allerdings nicht sehr gemütlich, da dieser bereits von 10-15km/h Nordwind überspült wurde. Mithilfe der Piloten die ich dort eingeholt hatte und einem recht “zutraulichen” Greifvogel, konnte ich mich langsam in verblasener Thermik wieder noch oben arbeiten. Weiter ging es nach Norden in Richtung Wilder Kaiser. Diesmal nahm ich die Route über die Choralpe. Dort angekommen machte ich ein wenig Höhe. Allerdings war es nun schon recht spät und die Thermik war vom hochreichenden bayrischen Wind schon recht verblasen. Als ich genügend Höhe hatte, setzte ich an zum Talsprung zur hohen Salve. Dort angekommen entdeckte ich ein paar weitere Piloten tief über einem Kessel kratzend. Nach einigen Suchkreisen gelang es Ferdi und mir eine schwache Thermik zu finden, die uns mit 1m/s nach oben trug. Schnell gesellten sich noch weitere Piloten zu uns, und gemeinsam ging es nach oben. Als wir genug Höhe hatten, ging es hinüber zum Wilden Kaiser. Ab Talmitte begann es in einer Konvergenz zu steigen. Ich war mir jedoch sicher das in den Südwest Flanken des Kaisers stärkeres Steigen wartete und lies die Konvergenz nach wenigen Kreisen links liegen. Wie erwartet ging es dann am Kaiser mit guten Steigwerten nach oben. Mit Gleitzahl 1:8 ins Ziel ging es auf in den Endanflug. Mit einer Zeit von 5:24 kam ich als 14. ins Ziel.

Für den Montag entschieden sich die Tasksetter mit der Hoffnung auf eine frühe Siegerehrung für eine schnelle 81km Aufgabe rund um den Startplatz. Ich entschied mich für einen etwas aggresiveren Flugstiel um noch Plätze gut zu machen. Mir gelang es auch wieder ganz gut die erste hälfte des Rennens das Feld zum Teil anzuführen. Allerdings verpasste ich kurz vor dem Zahmen Kaiser den thermischen Anschluss um wenige Meter und musste mich von tief unten wieder nach oben arbeiten. Nach einer kurzen Aufholjagd konnte ich zwar wieder etwas Zeit gut machen, letztendlich reichte es dann doch nur für den 20. Platz an diesem Tag.

Die Österreichische Meisterschaft war ein wirklich gelungener Wettbewerb. Super Organisation und perfektes Wetter bescherten mir in vier tollen Flügen 18 Flugstunden, 450 XC Kilometer und den 14. Platz in einem starken Teilnehmerfeld.

Gesamtergebnisse

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