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X-Pyr 2014 Tag 1

HondarribiaCol d’Ispeguy: 39km – 2 Flüge

Flug 1
Flug 2

IMG_1633Nach den gefühlt endlosen Briefings an den letzten beiden Tagen war es endlich soweit, der Tag des Rennstarts war da. Nach einer sehr unruhigen Nacht machten wir uns ein leckeres Frühstück und checkten aus dem Campingplatz aus. Wir waren früh dran und so nahmen wir uns noch die Zeit, zum Leuchtturm über Hondarribia zu fahren und die Morgenstimmung am Meer zu genießen. Danach ging es auf den Parkplatz beim Strand, wo schon die anderen Teilnehmer mit den letzten Vorbereitungen für dem Start um 11 Uhr beschäftigt waren. Wir hatten unsere Sachen schon am Abend zuvor hergerichtet und so musste ich nur noch meine Füße tapen, Sonnencreme auftragen und die Livetracker starten. Heute konnten wir zum ersten Mal vom Strand aus den ersten Wendepunkt sehen. Die letzten Tage hatte sich Larrun immer hinter tiefen Wolken oder Schauern versteckt. Heute war das Wetter deutlich besser.

Foto von Thomas Ide

Foto von Thomas Ide

Um 11 Uhr ging es endlich los. Wie zu erwarten, spurteten alle Teilnehmer angeheizt von den Zuschauern los und lieferten sich ein schnelles Wettrennen. Ich machte den Spaß mit, ließ mich aber dann in mein eigenes Tempo zurückfallen und freute mich auf die nun folgende 25km Wanderung durch das hügelige Baskenland.

 

IMG_1655Yvonne leistete mir Gesellschaft und schon bald war von den meisten Teilnehmern nichts mehr zu sehen. Nach 1,5 Stunden erreichte ich den ersten Treffpunkt mit Nadya und ich konnte meine Schuhe wechseln und ein leckeres Sandwich für unterwegs mitnehmen. Der nächste Treffpunkt war am Fuße des Larrun, wo sich Nadya bereits Wanderfertig gemacht hatte, um mir auf dem Weg nach oben Gesellschaft zu leisten.

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Es war nun schon ziemlich heiß. Der Weg nach oben führte durch hohe Farne und Dornenbüsche die keinen Schutz gegen die Sonne boten, dafür aber den kühlenden Wind abhielten. Als ich ungefähr auf halber Höhe war, konnte ich die ersten Piloten vom Berg wegfliegen sehen. Nadya übergab mir noch ein bisschen Wasser und einige Dinge, die ich nicht immer bei mir tragen musste, und machte sich auf den Weg zurück zum Auto.

Motiviert durch die offensichtlich fliegbaren Bedingungen erhöhte ich das Tempo ein wenig. Oben traf ich dann Lars und kurze Zeit nach mir war auch Yvonne am Gipfel. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Startplatz. Beim Auspacken und Vorbereiten der Ausrüstung, machte ich erstmal das USB Kabel kaputt, dass ich zum Laden meines Handys benötigte. Um nicht nach der Landung mit leerem Handy Akku dazustehen, entschied ich mich dazu auf XC-Track, einer APP die ich zur Orientierung benutzen wollte, bei diesem Flug zu verzichten.

Am Startplatz kam der Wind schräg von Hinten über den langgezogenen Rücken des Berges. In einem Moment, in dem der Wind überwiegend von der Seite kam, zog ich meinen Volt Superlight seitlich zum Hang auf, stabilisierte ihn und hob ab. Danach ging es erstmal nach rechts durchs Lee auf die andere Seite des Berges, wo ich auch gleich eine Thermik fand. Dort drehte ich mit ein paar anderen Piloten und ein paar Geiern wieder bis zur Basis nur knapp über Startplatzhöhe auf. Nun konnte man sich für eine südliche Route in Richtung Ohri entscheiden, die gut zu fliegen, aber weit zu laufen war. Ich hatte mich schon während der Vorbereitung für die nördliche direktere Route entschieden und machte mich auf den Weg zum nächsten Hügel. Dort angekommen ging es zuerst nicht richtig nach oben und ich konnte wieder zu einigen anderen Piloten aufschließen, die vor mir gestartet waren. Soarenderweise ging es entlang der Hügel weiter, bis mir ein paar Geier unter mir eine schöne Thermik markierten. Gemeinsam mit den anderen Piloten ging es wieder nach oben Richtung Wolke. Als nächstes folgte ein Talsprung über ein sehr waldiges breites Tal. Leider setzte ich ein wenig zu tief zum Talsprung an und erwischte nicht wie Yvonne eine Thermikblase kurz vor dem nächsten Hügel. Die Spitze des Hügels war eine Wiese, die ich mir eigentlich als Notlandemöglichkeit ausgesucht hatte. Leider kam der Wind in dem Moment, als ich mich IMG_1672zum Landen entschloss, genau aus der falschen Richtung und ich kam ins Lee des Hügels. Mit viel Sinken ging es in die Büsche unterhalb meiner anvisierten Landewiese. Nachdem ich weich gelandet war und den Schirm nur über ein paar Farne gelegt hatte, dachte ich mir: “Na das geht ja prima los!”

 
Raus aus den Büschen, Schirm packen, Lage auf der Karte checken, Nadya informieren und weiter ging es über Feldwege wieder bergauf in Richtung einer kleinen Passstraße. Dort entdeckte ich andere Piloten, die nach oben gingen, um noch einmal zu starten. Ich entschied mich ihnen zu folgen. Nach vielleicht 150 Höhenmetern entdeckte ich einen schönen Startplatz. Auch der Wind stand gut an. Die anderen Piloten waren über mir auf dem Weg Richtung Gipfel. Ich entschied mich hier zu starten und machte mich startklar. In der Zwischenzeit hatte mich Nadya erreicht und versorgte mich mit trockener Kleidung, Wasser und einem Müsliriegel. Nach einer kurzen Pause startete ich und die Luft empfing mich mit feinsten Soaringbedingungen. Ich konnte mich Meter für Meter nach oben arbeiten und als die anderen 3 Piloten über mir starteten, IMG_1679war ich bereits auf ihrer Höhe. Nach einigen Minuten Genusssoaren ging es ab über den Grat wieder zurück auf Kurs. Leider war es schon zu spät und wir erwischten keine gute Thermik mehr. So glitten wir das Tal entlang bis zu einer schönen Landewiese. Dort landete ich zusammen mit Lars. Zu meiner Überraschung konnte ich gerade noch Toma Coconea, einen der Favoriten für dieses Rennen, um die Ecke biegen sehen.

 

Ich gab Nadya Bescheid, die auch kurze Zeit später schon bei mir war. Wir entschlossen den Rest des Tages zu nutzen und am Ende des Tals auf den Ispeguy Pass zu laufen, von dem ich am nächsten Tag starten wollte. Lars, der ohne Supporter unterwegs war, nahm unsere Einladung auf ein warmes Abendessen an und so liefen wir die Strecke gemeinsam. Als wir abends um 21:30 Uhr auf dem Pass ankamen, wartete Nadya bereits mit einem leckeren Abendessen auf uns. Der Plan für den nächsten Tag war es von einem Startplatz ein paar hundert Höhenmeter über dem Pass zu starten. Das bedeutete für uns Ausschlafen! Leider gehen Pläne nicht immer auf…

2 Gedanken zu „X-Pyr 2014 Tag 1

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