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X-Pyr 2014 Tag 2

Col d’IspeguyPlateau d’Iraty: 31km – 2 Flüge

Flug 1

Flug 2

Am nächsten Morgen wurden wir vom Regen geweckt. Ein Blick aus dem Fenster zeigte starken Wind von hinten und tiefe Bewölkung, nichts was auf die tollen Flugbedingungen schließen ließ, die wir uns für heute erhofft hatten. Nach langem Zögern entschloss ich mich dazu, mich zu Fuß auf den Weg in Richtung nächsten Wendepunkt zu machen. Vor mir lagen 70km Teerstraße, keine schöne Vorstellung.

IMG_1697Zuerst ging es den Pass hinunter und dann weiter auf der Hauptstraße. Als ich im Tal ankam, ließ der Regen nach, aber das Wetter sah immer noch nicht fliegbar aus. Auf der Hauptstraße ging es weiter in Richtung Saint-Jean-Pied-de-Port. Nach 3 Stunden auf der Bundesstraße war meine Stimmung auf dem Tiefpunkt. Nadya und ich trafen uns für eine Pause. Sie überredete mich dazu, einen Flug zu versuchen. Also suchten wir auf den Karten nach einer Möglichkeit. Wir entschieden uns für einen Berg, der etwas abseits der Route in Richtung Süden lag, und verabredeten uns am Fuß des Berges. Als ich dort ankam, hatte Nadya bereits alles hergerichtet und wir liefen einen Wanderweg nach oben.

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IMG_1712Nach 400 Höhenmeter Aufstieg entdeckten wir eine Startmöglichkeit. Ich machte mich fertig. Es war immer noch sehr bewölkt und im Tal war kaum Sonne. Allerdings stand der Wind am Berg an und ein paar Geier soarten im Wind. Ich startete nach einer Weile und soarte bis zum Gipfel auf. Der nächste Berg lag nun wieder im Schatten und so wartete ich noch mit dem Abfliegen. Da aber nach 20 Minuten immer noch keine Besserung in Sicht war, flog ich los. Am nächsten Berg angekommen fand ich keine Thermik und ich landete am Hang ein. Ich packte meine Sachen, gab Nadya Bescheid und machte mich auf den Aufstieg. Oben angekommen fand ich zunächst keine Startmöglichkeit.

Der Startplatz lag auf einem Bergrücken, der nach Süden lief. Es gab die Möglichkeit nach Osten und nach Westen zu starten. Die Geier soarten auf der Westseite, mein Bauchgefühl tendierte eher zur Ostseite. Ich wechselte ein paarmal den Startplatz und entschied mich dann für die Ostseite. Nach dem Start trug die Luft gut, und kurze Zeit später entdeckte ich einen Geier, der tief im Tal eine Thermik drehte. Ich flog zu ihm hin und erwischte einen schönen 1m Bart,  in dem ich bis zur Basis aufdrehen konnte. Weiter ging es zum nächsten Berg. Dort ging es wieder mit ein paar Geiern nach oben zur Basis. An der Basis angekommen entschied ich mich dazu den Bergrücken entlang in Richtung Süden zum nächsten Wendepunkt zu fliegen. Leider lag jetzt wieder alles im Schatten. Auf dem einzigen buschfreien Fleck auf dem Grat, befand sich eine Herde Pferde, die ich mit ein paar Schreien vertreiben konnte. Die Landung war einfach und ich packte schnell meine Sachen zusammen, um mich auf den Weg weiter den Bergrücken entlang zu machen.

 

IMG_1718Der Feldweg mündete in eine Straße, und Nadya wartete schon auf mich. Wir schlugen unsere Karten auf und entdeckten einen See ca. 6km Luftlinie entfernt. Dort wollten wir unser Nachtlager aufschlagen. Gesagt getan, nach einer schönen 1,5 Stunden Wanderung kam ich beim See auf 1000m an und wir machten uns ans Abendessen. An dem Parkplatz standen schon ein paar andere Wohnmobile. Für 5€ bekamen wir nach dem Essen eine warme Dusche in einer Hütte. Echter Luxus! Wir verarzteten noch meine Blasen und frisch geduscht und wohl genährt ging es ins Bett. Für den nächsten Morgen planten wir einen frühen Start, um rechtzeitig am Startplatz des 8km entfernten nächsten Wendepunktes, dem Orhi, zu stehen. Das Wetter für den nächsten Tag versprach gute Flugbedingungen.

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