Start

X-Pyr 2014 Tag 3

Beitragsfoto: Thomas Ide
Plateau d’IratyTorrelisa: 122km – 1 Flug

Flug

Der Wecker klingelte um 5:30 Uhr und dichter Nebel lag noch auf dem Iraty Plateau. Nadya begann das Frühstück vorzubereiten und Kaffee zu kochen. Ich kümmerte mich um meine Füße und um die Ausrüstung. Wir hatten geplant, rechtzeitig zum Einsetzen der Thermik am zweiten Wendepunkt, dem 2000m hohen Orhi, zu sein. Die Dusche vom Vorabend hatte Wunder gewirkt und ich fühlte mich wie neu geboren.

 

Zunächst ging die Wanderung über einen Hügel durch den Wald. Unterwegs hatte ich kurze Orientierungsschwierigkeiten, da mein Weg plötzlich endete. Aber Dank meinem GPS fand ich schnell auf den richtigen Weg zurück. Nach 1,5 Stunden wandern, trafen wir uns an einem Parkplatz. Der Supporter eines spanischen Teilnehmers zeigte uns den Weg, der über eine Teerstraße führte. Auf der Nordseite der Berge lag noch dichter Hochnebel im Tal. Nadya parkte das Auto am Start des Wanderwegs auf den Orhi, und gemeinsam machten wir uns nach einer kleinen Stärkung an den Aufstieg. Es ging steil über Wiesen und einen Felsgrat nach oben. Am Gipfel angekommen war der Wind recht stark. Auf einer Wiese 200m unterhalb konnte ich ein paar Gleitschirme entdecken. Also machte ich mich an den Abstieg. Nadya war bereits auf dem Rückweg zum Auto.

Am Startplatz angekommen, traf ich Yvonne, Thomas und Lars. Die Piloten, die vor uns gestartet waren, hatten sichtlich mit den schwachen Bedingungen zu kämpfen und so ließ ich mir mit dem Auspacken Zeit. Wir starteten zusammen und zunächst konnten wir uns nur soarend halten. Eine Thermikblase brachte uns dann auf 2000m und unser kleiner Pulk setzte sich in Bewegung. Nun hieß es, vorsichtig sein. Die Bedingungen waren immer noch schwach, und eine Landung im Tal würde uns weit zurückwerfen. Im Tal gab es kaum Lande- und keinerlei Startmöglichkeiten. So mogelten wir uns von Graskuppe zu Graskuppe nach Osten, bis zu einem etwas breiteren Nord-Süd-Tal. Dort folgte ich dem Grat nach Süden, der allerdings vom Ostwind überspült etwas leeig war. Ich kam tief, konnte mich aber in einer verblasenen Thermik wieder nach oben retten und setzte zum Talsprung an. Mein Ziel war eine nach Süden ausgerichtete Klippe, die sich tief unten beginnend immer weiter nach oben zog.

Allerdings stieg auch der Talboden an und so blieb der Abstand zu ihm immer recht gering. Dort angekommen musste ich feststellen, dass der Wind nicht anstand und nur in kurzen Abständen eine Thermikblase nach der anderen die Felsen entlang nach oben zog. Selbst die Geier, die in der Wand saßen, starteten immer und landeten mangels Aufwind gleich wieder. Ich kämpfte mich Meter für Meter nach oben, und kurze Zeit später leisteten mir noch zwei andere Piloten Gesellschaft. Lars kam auch noch unter uns an, erwischte nichts und musste auf einer winzigen Lichtung im Gegenhang einlanden. Ich hangelte mich weiter die Klippe entlang und endlich fand ich eine Thermik, die mich bis 2400m trug. Nun ging es weiter von Rippe zu Rippe mit großen Talsprüngen dazwischen. Die Thermik wurde immer besser und so kam ich einigermaßen schnell voran. Nach einer weiteren Stunde Flugzeit erreichte ich den dritten Wendepunkt. Die 2900m hohe Collarada.

 Ein Gleitschirm wurde direkt vor mir in einer starken Thermik nach oben gebeamt. Ich flog zu der Stelle und erwischte … nichts. Die nächsten zwanzig Minuten verbrachte ich auf gleicher Höhe mit Thermiksuchen. Als ich endlich eine schöne Thermik erwischte, kamen hinter mir bereits die nächsten Piloten an. Ihnen erging es aber genau wie mir und sie erwischten die Thermik nicht mehr. Ich drehte, bis ich genügend Höhe hatte, und schnappte mir den Wendepunkt.

Da ich beim Aufstieg auf den Orhi bereits viel Trinkwasser verbraucht hatte, gingen meine Vorräte nun zur Neige. Zwischen mir und dem nächsten Wendepunkt, Castejon de Sos, lag eine Flugverbotszone, die wir weit im Süden umfliegen mussten. Ich folgte noch ein paar Kilometern den hohen Bergen nach und bog dann ab nach Süden. Die Thermik wurde nun wieder schwächer und Windverblasener. Eine Landung so weit im Süden hätte einen langen Fußmarsch zurück in die Berge zur Folge. Also flog ich wieder sehr zurückhaltend und versuchte, immer viel Luft zwischen mir und dem Boden zu haben. Kurz vor dem südlichsten Zipfel der Sperrzone drehte ich nochmal zur Wolkenbasis auf 2600m und setzte zum großen Talsprung an. Auf der anderen Talseite lag ein Berg, von dem ich wusste, dass er eine gute Ausgangsposition für einen Flug ist. Dort strich der Talwind seitlich vorbei und ich konnte leider nicht mehr aufdrehen. So landete ich nach 6:20h und 120km in der Nähe einiger Häuser am Fuße des Berges.

Ich besorgte mir Wasser, gab Nadya Bescheid, packte meine Sachen und erholte mich noch ein bisschen vom Flug. Es war inzwischen fast 19 Uhr und ich entschied mich noch eine Weile zu Laufen. Nach wenigen Kilometern kam ich zu einem Parkplatz und wartete dort auf Nadya. Währenddessen sah ich am Himmel zwei Gleitschirme, die wohl ganz in meiner Nähe landen würden. Es stellte sich heraus, dass die beiden Yvonne und Lars waren. Nach einem kurzen Kartencheck stellten wir fest, dass der Weg auf den Berg direkt vom Parkplatz wegführte. Wir schlugen unser Lager auf und kurze Zeit später gesellten sich Yvonne, Thomas und Lars zu uns. Wir aßen, tauschten unsere Erfahrungen aus und schmiedeten Pläne für den nächsten Tag, der ähnlich gutes Flugwetter bringen sollte.

Ein Gedanke zu „X-Pyr 2014 Tag 3

  1. Hi, Martin. This is Máximo. I meet you in the race. I am the one who was going by my own. The spanish guy. I only want to give you congratulation for your race. I saw you finish in a good position at the end of the race. I could not finish because the injures in my leg but it was a really good experience for me. I really enjoyed all the days I spend on the race. It was nice to meet people who enjoy this sport as much as I do it. Only say you again congratulation and take care of yourself. See you again in the future.

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